Hans-Christian Wehmeier - Geländefahrer, Sportfunktionär und Lokalpolitiker
Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte es Hans-Christian Wehmeier aus Dortmund ins Weserbergland verschlagen, wo er ab 1952 bei einer Gartenmöbelfabrik in Lauenförde arbeitete und dort 1975 als Betriebsleiter ausschied, weil er als Bürgermeister kandidierte.
Natürlich reizte das Weserbergland dazu, mit dem Motorrad „offroad“ zu fahren, so begann Hans-Christian Wehmeier 1950 mit einer NSU Konsul, der später eine 500 Kubik Konsul II, eine Fox und danach eine Geländemax folgten.


In der Presse hatte Hans-Christian Wehmeier gelesen, daß Gritzner-Kayser, ein Nähmaschinenfabrikant aus Karlsruhe, der wie viele Hersteller damals auch Fahrräder und Motorräder im Programm hatte, sich mit 50 Kubik- Maschinen am Geländesport beteiligte. Kurz entschlossen setzte sich Wehmeier an die Schreibmaschine und bewarb sich als Fahrer für eine der badischen Fünfziger. Als Referenz konnte er das Sportabzeichen, gute Platzierungen in der Hessischen Meisterschaft und Unterstützung durch NSU vorweisen, die allerdings 1957 mit Beginn der Motorradkrise eingestellt wurde.
Wehmeier erhielt von Gritzner das Motorrad sowie die Ersatzteile gestellt, musste aber Fahrtkosten oder Übernachtung selbst bezahlen. So war das „Werksfahrerleben“ Ende der 1950er Jahre eben. Mannschaftskollege war Günter Paritschke aus der Nähe von Köln.

1961 fand die Sechstagefahrt in Llandrindod Wells auf der britischen Insel statt – Wehmeier hatte sich vom Ausfall von Bad Aussee nicht entmutigen lassen und wollte auch in Wales starten .Diesmal gab es Sechstage-Gold für Hans- Christian Wehmeier, während Paritschke wegen einer verpatzten Startprüfung eine Silbermedaille mit ins Rheinland nahm.
Aber die erhoffte Werbewirkung für Gritzner blieb aus. Die starke Konkurrenz von Hercules, Kreidler, der Zweirad- Union oder Zündapp machte Gritzner das Leben schwer, Gritzner-Eigentümer Pfaff (ebenfalls Nähmaschinen) entschied Ende 1961, zunächst die Sportbeteiligung zu beenden und wegen der schlechten wirtschaftlichen Prognose 1963 auch die Zweiradproduktion einzustellen.
Goldmedaille bei der Sechstagefahrt 1961 in Llandrindod Wells.
In den 1950er Jahren erste Erfolge auf NSU.

Tatrafahrt 1962 in Zakopane (Nr. 70).

Jura-Geländefahrt in Roth (1963, DM-Lauf).
Wehmeier durfte seine Monza GS noch bis 1964 auf privater Basis einsetzen.
Danach stieg Hans-Christian Wehmeier auf drei Räder um und war bis 1975 noch mit verschienenen Steenbock- BMW-Gespannen am Start, hängte dann aber den Helm endgültig an den Nagel, nachdem er 1973 das ADAC Sportabzeichen in Gold mit Brillanten erhalten hatte.

Mit Beifahrer Lothar Beckert bei der Geländefahrt in Mainz-Kastel (1973).
Neben dem aktiven Geländesport war Wehmeier auch als Motorsportfunktionär tätig. 1960 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des MSC Weser-Diemel in Karlshafen, wo er bis 1976 Fahrtleiter der Karlshafener Geländefahrten war. Sogar bis 1990 war er Rennleiter der Motorbootrennen auf der Weser und ebenso Rennleiter der Int. Hovercraft-Rennen in Bad Karlshafen.
1975 wurde Hans-Christian Wehmeier zum Bürgermeister von Karlshafen gewählt. Gleich viermal wurde der beliebte Bürgermeister wiedergewählt, so daß er es auf eine Amtszeit von fast einem Vierteljahrhundert brachte und 1999 in den wohlverdienten Ruhestand ging.
© Leo Keller 2026
