Eugen Strohe - unser erster Deutscher Meister

Im Laufe der Jahre wurden viele Meisterschaften von der “Alten Garde” eingefahren. Eine verdient ganz besondere Erwähnung. Die Deutsche Geländemeisterschaft wurde erst 1955 erstmals ausgerichtet und in diesem Premierenjahr gewann Eugen Strohe aus Sinzig am Mittelrhein die 350 Kubik-Klasse auf seiner Triumph 350 Boss-Werksmaschine.
Schon Anfang der 1950er Jahre war Eugen im Zuverlässigkeitssport aktiv und gehört damit zur Generation von Burchard Lenz, Hans-Christian Wehmeier und Volker von Zitzewitz. Weil es damals weder eine Deutsche noch eine Europa-Geländemeisterschaft gab, war die Internationale Sechstagefahrt der einzige Wettbewerb, bei dem sich die internationale Elite messen konnte. Eugen Strohe hatte sich für das Int. Six Days Trial 1954 qualifiziert,das damals im walisischen Llandrindod Wells ausgerichtet wurde.

Eugens Sechstagemaschine vor dem Hotel in Llandrindod Wells.


Aufstieg zur Turracher Höhe bei der Alpenfahrt in Kärnten.
Nach der Goldmedaille in Llandrindod Wells war es eine Selbstverständlichkeit, daß Eugen Strohe auch im folgenden Jahr bei der Sechstagefahrt in Gottwaldov/CSSR am Start war. Damals richtete der jeweilige Trophysieger die kommenden Six Days aus und das war diesmal die CSSR. Eugen startete auch hier wieder auf seiner vertrauten 350er.

Sechstagefahrt im tschechischen Gottwaldov (heute Zlin). Das untere Bild zeigt den Service vor dem Tagesziel. Eugen Strohe gewann eine Silbermedaille.

Blumen für den Sieger. Eugen Strohe war nach der Niederrheinischen Geländefahrt in Rheydt (heute Stadtteil von Mönchengladbach) punktbester 350er Fahrer im Premierenjahr der Deutschen Geländemeisterschaft.
In Gottwaldov hatte die deutsche Trophy-Mannschaft den begehrten Pokal gewonnen (damals bestand die Mannschaft noch aus fünf Fahrern auf DKW und Maico, ab 1956 gehörten sechs Fahrer zu einer Trophy-Mannschaft), deswegen wurde Garmisch- Partenkirchen in den bayerischen Alpen zum Austragungsort der 31. Int. Sechstagefahrt bestimmt. Auch hier war Eugen Strohe auf der 350er Triumph als amtierender Deutscher Geländemeister natürlich gesetzt. Nach Gold in Llandrindod Wells und Silber in Gottwaldov reichte es diesmal nur zu einer Bronzemedaille.
In der DM gab es zwar nur zwei Klassensiege bei der Schweren Schwäbischen und der Nordbayerischen Zuverlässigkeitsfahrt, aber Eugen Strohe konnte seinen Titel gegen die aufkommende Konkurrenz noch einmal verteidigen, bevor Erwin Schmider nicht weniger als zehn mal in Folge von 1958 bis 1967 auf seiner NSU Max Deutscher Meister wurde.,
In Spindlermühle im tschechischen Riesengebirge musste Eugen Strohe aber seinen ersten Ausfall nach Gold, Silber und Bronze auf der Triumph hinnehmen. Gewonnen hat damals erneut unsere Trophy-Mannschaft auf Zündapp- und Maico.
Dann wurde Triumph aber auch von der Krise auf dem Zweiradmarkt erfasst und musste sein Engagement im Geländesport einstellen. Eugen Strohe stieg auf eine 350er Maico um und konnte bei der Sechstagefahrt 1958 in Garmisch-Partenkirchen noch einmal eine Silbermedaille erringen.

Als Jochen Paul 1979 in Bad Breisig zu einem Freundestreffen einlud, war es natürlich keine Frage, daß Eugen Strohe, der nur ein paar Kilometer entfernt wohnte, schon in den Anfangsjahren dabei war.-
Eugen Strohe (links) bei einem Treffen der Alten Garde in Winningen an der Mosel. Vorne Karl Knoke und Winfried Lepple.
Eugen Strohe verstarb 2018.
Für die Überlassung von Bildmaterial aus Eugen Strohes Fotoalben bedanken wir uns ganz herzlich bei der
Eugen Strohe wurde zweimal Deutscher Geländemeister in der 350 Kubik-Klasse und gewann vier Medaillen bei Sechstagefahrten.
© Leo Keller 2026


