Leo Keller - die zweite Generation
Obwohl mittlersweile auch schon 75, gehört Leo Keller zur “jüngeren Generation” von Jochen Pauls Alter Garde, zu der er erst etwa 15 Jahre nach Gründung stieß. Bei der Isny Klassik 1997 wurde er von Jochen und Ilse Paul zum Jahrestreffen nach Dreckenach eingeladen und dort in den Freundeskreis aufgenommen.
Zum Geländesport war Leo über einen benachbarten Arzt gekommen. Obwohl es bei der ersten Geländefahrt “Durch das Nordlippische Bergland” einen Ausfall gab (Ventil abgerissen, ein echter Anfängerfehler), ist die Begeisterung für den klassischen Geländesport, so wie es ihn in den 1970er Jahren gab, bis heute ungebrochen. Allerdings gehörte Leo eher zur Hobbyfraktion, denen das Geländefahren Freude machte - sein Ehrgeiz hielt sich aber in Grenzen. der Spaßfaktor war eindeutig wichtiger.
Berufsbedingt hörte Leo 1980 mit dem Geländesport auf, aber als 1993 in Isny die erste Klassik-Geländefahrt organisiert wurde, war er gleich Feuer und Flamme und schaute sich nach einer alten Hercules GS um, so wie er sie in den frühen 1970ern besessen hatte. Bis zur Fertigstellung fand noch die ein- oder andere Hercules-Rarität den Weg in Leos Garage, mit denen er seit 1995 an Klassik-Veranstaltungen teilnahm.
Seitdem fuhr Leo zweigleisig - Restaurierung alter Hercules GS-Maschinen und Teilnahme an Klassik-Geländefahrten, wobei auch hier die Priorität war, das seltene Material ohne Schäden ins Ziel zu bringen.
Inzwischen war Leo Keller bei den Enduro-Senioren zu Jochen Pauls rechter Hand geworden und für alles zuständig, wofür man einen PC brauchte. Von 1998 bis 2026 war er u.a. für 57 Ausgaben der Vereinszeitung zuständig. Und als die Enduro- Senioren sich aus haftungsrechtlichen Gründen ins Vereinsregister eintragen ließen, war Leo als Jochens Vertreter und später zusammen mit Friedrich “Hiero” Hieronymus als Vorstände tätig. Die Neuausrichtung hin zum Motorsportverein durch den neuen Vorstand hat er mit einem gewissen Unbehagen zur Kenntnis genommen, weil damit Jochens Idee von einem Freundeskreis zu Grabe getragen wurde, zumindest was die “Enduro-Senioren Deutschland” betrifft. Aber natürlich hat die Neuausrichtung hin zu einem reinen Motorsportclub keinen Einfluß auf die teils jahrzehntelang gewachsenen Freundschaften der “Alten Garde”..
Was war seine schönste Erinnerung? Da muß Leo nicht lange überlegen. Durch seine Berichterstattung in der Enduro- Presse hatte er sich auch über die reinen Wettbewerbe hinaus in der Szene einen Namen gemacht. Als 2013 das Telefon klingelte und KTM aus Mattighofen fragte, ob er Lust habe, an einem Museumsprojekt mitzuarbeiten, hat er natürlich gleich zugesagt. Wann bekommt man schon einmal die Gelegenheit, beim größten Offroad-Hersteller seine Erfahrungen einzubringen. Als KTM auf der Suche nach einer Penton für die Ausstellung war, ließ Leo seine Beziehungen in die USA spielen und konnte einen sogenannten “barn find”, einen Scheunenfund, auftreiben, der sich in unverbasteltem Zustand befand. Die Logistik übernahm KTM und Leo Keller machte die Penton in seiner Garage ausstellungsreif. Heute ist die grüne Six Day 125 mit viel Patina eins der Schmuckstücke in der Motohall.



1972 Rheinische Geländefahrt Porz.
1973 Mainz-Kastel.
1975 Ingelheim.

2000 Zweitagefahrt Dinant.

2003 ISDT Reunion Ride Dalton/Massachussets.

Mittendrin statt nur dabei: die feierliche Eröffnung der Motohall 2019, v.l. Jack Penton, Arnaldo Farioli, John Penton und Toni Stöcklmeier.

Auf dieses Schmuckstück in der Motohall ist Leo ganz besonders stolz. Keine Top- Restaurierung, sondern soviel Patina wie möglich.
© Leo Keller 2026
